Fledermausjahr in Aarau – Telli 2024 (Projekt 56)

03. Feb 2024

Fledermausaktivitäten ab einem Standort in Aarau/Telli

Gesamtbericht

Der vollständige Bericht mit zahlreichen Abbildungen und Karten kann über folgenden Link herungergeladen werden:

Fledermausjahr in der Telli Aarau

Ausgangslage

In den Jahren 2015, 2020 und 2022 sind die Fledermausaktivitäten während den Frühjahrsmonaten im Raum Telli/Aaredörfli in Aarau mit der Absicht erfasst worden, die Entwicklung der Fledermausvorkommen in diesem Raum zu verfolgen. Damit sollen Hinweise auf allfällige Veränderungen in Folge des andernorts nachgewiesenen ‘Insektensterbens’ gewonnen werden.

Mit dem vorliegenden Projekt werden die Fledermausaktivitäten eines ganzen Jahres erfasst, um detailliertere Informationen über die Tiere im Jahresverlauf zu gewinnen. Die Daten der ersten drei

Monate sollen auch für die Dauerbeobachtung analog den früheren Jahren verwendet werden.

Projekt

Die Fledermausaktivitäten ab 3. Februar 2024 bis 2. Februar 2025 wurden mit der gleichen Methodik wie in den Jahren 2015/20/22 erfasst, die Resultate ausgewertet und dargestellt. 

Der Beobachtungsraum zeichnet sich durch vielfältige Lebensraumtypen aus. Er liegt am Waldrand, an einem grösseren Bach, ist mit Hecken durchsetzt, hat grosse Einzelbäume und eine Reihe von grossen und kleineren Wohngebäuden. Danach sollte er für viele Fledermausarten attraktiv sein. 

Die Aufnahmezeiten lagen anfangs Jahr bei der ‘normalen’ Aktivitätszeit, d.h. zwischen Sonnenuntergang und -aufgang. Danach wurden sie in mehreren Schritten bis zu einem fast 24 Stundenbetrieb in der zweiten Jahreshälfte erweitert.

Resultate

Grundsätzlich können Fledermäuse über das ganze Jahr aktiv sein. Hauptaktivitäten zeigten sich in den Zeiten zwischen anfangs März bis Mitte Mai. Einen zweiten doch wesentlich geringeren Höhepunkt wurde in der Zeit zwischen Mitte August und Mitte September festgestellt. Kaum noch Aktivitäten zeigten die Fledermäuse unter ca. 15°C, ganz erloschen sie unterhalb von ca. 10 °C. 

Sichere Nachweise liegen für 11 Arten vor. Weitere 3 Arten könnten vorkommen, deren Nachweise waren jedoch unsicher. 

Das nächtliche Geschehen wird sehr stark von den Zwergfledermäusen und der Gruppe der Rauhaut- / Weissrandfledermäuse geprägt. 

Sozialrufe sind in diesem Projekt erstmals systematisch miterfasst und ausgewertet worden. Es handelte sich mit wenigen Ausnahmen um Rufe, die während dem Flug ausgestossen wurden und wohl der Kommunikation zwischen den Tieren dienten. 

Von 5 Fledermausarten sind Fangrufe aufgenommen worden. Auch sie sind in diesem Bericht dokumentiert. 

Die Ausweitung der Aufnahmezeiten hatte zur Folge, dass verschiedene Vogelrufe miterfasst worden sind. 4 Vogelarten waren mit etwas Unsicherheit bestimmbar. Die grosse Anzahl solcher Rufe führte zu einem erheblichen und unerwarteten Mehraufwand beim Analysieren. 

Leider sind über längere Zeiträume permanent Geräusche aufgetreten, die mit grosser Wahrscheinlichkeit eine technische Ursache hatten. Weil auch sie im Ultraschallbereich lagen, führten auch sie zu einer grossen Anzahl von Aufnahmen, die einen erheblichen Aufwand bei der Analyse bewirkten. Diese Geräusche lagen zum Teil in denselben Frequenzbereichen, die auch von Fledermäusen genutzt werden. Es ist zu befürchten, dass sie die Jagdtätigkeit von Fledermäusen behinderten.

Rufzahlen (alle Arten), Temperaturen, Artenzahlen
Rufzahlen (alle Arten), Temperaturen, Artenzahlen

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